Irgendwann steht man selbst vorne.
Martins Kollege hört heute auf. Das Team applaudiert, Martin freut sich mit. Und trotzdem denkt er an diesem Tag zum ersten Mal ernsthaft darüber nach: In ein paar Jahren steht er selbst dort vorne. Freut er sich dann auch? Und reicht überhaupt, was er aufgebaut hat?
Alles da. Nur nie zusammengerechnet.
Also setzt er sich abends hin. Versorgungswerk, Lebensversicherungen, Rentenbescheide, Immobilien – alles vorhanden, alles ordentlich abgeheftet. Nur die Einzelteile ergeben keine Antwort auf seine Frage. Nach zwei Abenden legt Martin die Ordner zur Seite.
Rechnen statt raten.
Ein paar Tage später surft er im Internet und landet auf meiner Seite. Was ihn anspricht: Jahr für Jahr durchgerechnet, jede Zahl nachvollziehbar, das Honorar vorher fest vereinbart. Er fordert die Musterauswertung an, wir lernen uns kurz kennen – und er beauftragt mich.
Er sammelt. Ich rechne.
Martin muss nichts selbst berechnen. Ein Gespräch von einer Stunde, dann trägt er seine Unterlagen zusammen – fehlt etwas, frage ich kurz nach. Danach ist er raus. Beim Abschlussgespräch liegt alles fertig auf dem Tisch.
Zum ersten Mal sehen beide dasselbe.
Dann sitzen Martin und Katrin gemeinsam vor dem Ergebnis. Sie sehen, was ihnen Jahr für Jahr netto bleibt – und den Punkt, an dem es kippt: 2043 rutscht das Konto ins Minus, 2051 ist das frei verfügbare Vermögen aufgebraucht. Unangenehm. Aber sie sehen es siebzehn Jahre vorher.
Und wenn ich zuerst gehe?
Die Frage haben sich beide schon gestellt – nur nie durchgerechnet. Im Probesterben steht sie schwarz auf weiß: Wie lebt der andere weiter, und was kommt am Ende bei den Kindern an? Für Katrin ist das der wichtigste Teil der ganzen Auswertung.
Sie wissen, woran sie sind.
Wir besprechen, welche Veränderungen infrage kommen und was sie an der Rechnung ändern. Ein paar Wochen später liegt die Auswertung nur noch am Tischrand – nicht, weil sich alles von allein löst, sondern weil beide wissen, woran sie sind und woran sie arbeiten. Und auch die Kinder wissen Bescheid.